David, 19 Jahre

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Hallo, ich bin David, 19 Jahre alt

Ich erfuhr von der Homosexualität auf dem Polterabend meine Cousine Sabrina. Es war Schock und Gewissheit zu gleich. Aber nun alles der Reihe nach.

An diesem Abend haben alle schön gefeiert und nebenbei konnte ich viele neue Leute kennenlernen. Marcus, ein Schulfreund von Sabrina, kannte ich schon länger und ich wusste das er schwul ist. An diesem Abend brachte er seinen Freund mit. Wir haben uns gut verstanden und viel geredet. Irgendwann im Laufe des Abends merkte ich, dass Marcus und mein Papa weg waren, und dann zusammen redend wieder unter das Partyzelt kamen.

Nach einiger Zeit kam Marcus zu mir und sagte er müsste mit mir reden. Ich bin mit ihm etwas abseits auf die Wiese gegangen und er fing an zu reden. Er fragte mich ob ich mitbekommen habe, dass mein Papa und er sich unterhalten haben.

Ich sagte ohne groß nachzudenken: „Ja!“ Er meinte dann: „Ich rede jetzt auch nicht groß drum herum. Dein Papa hat mich gebeten dir was zu sagen! Und das ist…!“ Marcus stockte kurz und dann sagte er weiter: „…dein Papa ist schwul!“

Und ich sagte kurz darauf ein bekanntes Sprichwort: „Ein bisschen BI schadet nie!“

Zu dem Zeitpunkt war es mir gleich ob mein Papa homosexuell, hetero oder bisexuell ist. Ich war guter Laune und meinte dann zu Marcus, dass es trotzdem mein Papa bleibt. Wir sind dann zurück in das Zelt und haben weiter gefeiert. So viel zu dem Abend, der um Juli 2004 stattfand.

Nach diesem Abend hatte sich dann aber doch einiges geändert. Ich habe mich von meinen Papa etwas abgekapselt, denn ich lebe mit meinen Papa alleine zusammen. Ich habe ihn nicht mehr umarmt. Es gab keinerlei Körperkontakt mehr. Ich habe ihm nicht einmal mehr meine Hand gegeben. Ich habe mit meinen Papa nur noch das Nötigste geredet und wir haben uns dann auch auseinander gelebt.

So habe ich dann nach ca. einem Jahr mit Markus um Rat gebeten, dass er mal bitte mit meinem Papa und mir ein klärendes Gespräch führen könne. Das war alles kein Ding. Nach ein Woche kam es zu dem Gespräch. Ich hatte viele Fragen an meinem Papa. Er erklärte mir ruhig, jedoch leicht angespannt, an dem Abend wie es zu seiner Homosexualität kam und wie das ist, dieses „Schwulsein“. Ab diesem Abend kann ich mit meinen Papa wieder normal reden und bin froh darüber, dass er es mir gesagt hat.

Und ich kann auch nur jedem sagen, auch wenn euer Papa schwul ist, verstoßt ihn nicht, denn er hat es in der Öffentlichkeit schwer genug.

Mit der Zeit kenne ich einige schwule Männer aus dem Umfeld meinen Papas, und kann auch ganz normal mit denen über meinen Papa und andere Dinge reden, denn SIE SIND NORMALE MENSCHEN WIE ICH UND DU!! Sie haben lediglich eine andere Sexualität als ich, denn ich bin heterosexuell.

Euer David